ROAS berechnen: Warum dein ROAS nicht zeigt, was dir bleibt
Daniel Huber, MBAGründer von Plaith

Der ROAS ist die Kennzahl, die dir jeder Werbedienstleister zuerst zeigt. Sie ist nützlich, aber sie misst nur die halbe Strecke. Sie beantwortet die Frage, wie gut deine Werbung verkauft. Sie beantwortet nicht, was dich der ganze Apparat drumherum kostet. Genau dort entscheidet sich, ob sich Werbung für dich rechnet.
ROAS berechnen: die Formel
Die Formel ist kurz:
ROAS = Umsatz aus Werbung ÷ Werbeausgaben
Gibst du in einem Monat 3.000 € für Meta-Werbung aus und kannst daraus 15.000 € Umsatz zuordnen, liegt dein ROAS bei 5. Wichtig ist, dass du Umsatz und Werbeausgaben aus demselben Zeitraum nimmst und sauber zuordnest, welcher Umsatz aus der Werbung kommt.
Was in die Werbeausgaben gehört und was nicht
In den ROAS gehört nur das Geld, das an die Plattform geht. Nicht enthalten sind:
- die Monatspauschale deiner Agentur,
- Kosten für Videos und Bilder,
- Prozentzuschläge oder Budgetgebühren,
- einmalige Setup-Kosten.
Das ist kein Fehler der Kennzahl, sondern ihr Zweck. Es heißt aber: Zwei Anbieter mit demselben ROAS können dich völlig unterschiedlich viel kosten.
Das blinde Feld: Kosten außerhalb des Werbebudgets
Stell dir vor, du hast einen festen Betrag für zwei Jahre. Ein Teil davon geht an den Dienstleister, der Rest in Werbung. Je mehr der Dienstleister bekommt, desto weniger Werbebudget bleibt. Der ROAS bleibt gleich, aber er wirkt auf eine kleinere Summe.
Deshalb schauen wir auf zwei weitere Werte:
- Umsatz je eingesetztem Euro: Umsatz geteilt durch alles, was du zahlst, also Werbung plus Dienstleister.
- Was bleibt: Umsatz minus alles, was du zahlst. Das ist noch kein Gewinn, aber es zeigt, wie viel Spielraum für Wareneinsatz, Team und Gewinn übrig ist.
Rechenbeispiel: gleicher ROAS, gleicher Einsatz, anderes Ergebnis
So rechnen wir den Vergleich
Beide Seiten setzen exakt denselben Gesamteinsatz ein. Auf der Plaith-Seite besteht er aus deinem eigenen Werbebudget, der Einrichtung, dem Paketpreis, der Budgetgebühr und, falls gewählt, dem Booster. Auf der klassischen Seite ziehen wir vom gleichen Betrag die Kosten für Betreuung und Videos ab. Grundlage ist der Vergleichswert aus dem Gutachten (Start 1.885,96 €, Growth 3.485,39 €, Scale 9.083,40 € pro Monat). Der Rest geht in Werbung. Ein Agentur-Setup rechnen wir dort nicht ein. Agenturzuschläge auf das Werbebudget (zum Beispiel 5 % auf alles oder 10 % auf den Teil über 1.000 € im Monat, Gutachten Abschnitt 4.1) sind bewusst nicht eingerechnet; der Vorsprung von Plaith ist daher eher größer.
Unser Beispiel S3: Growth-Paket, 3.000 € eigenes Werbebudget im Monat, ein Booster mit 10.000 € Einmalzahlung, 24 Monate, ROAS 5 als Annahme.
| S3 · Growth · 3.000 € eigenes Budget/Monat · Booster 10.000 € · 24 Monate · ROAS 5 (Annahme) | Plaith | Klassisch (gleicher Gesamteinsatz) |
|---|---|---|
| Gesamteinsatz (alles, was du zahlst) | 128.115 € | 128.115 € |
| davon an den Dienstleister | 56.115 € (inkl. Booster 10.000 €) | 83.649,36 € |
| davon eigenes Werbebudget an die Plattform | 72.000 € | 44.465,64 € |
| Booster-Guthaben im Zeitraum | 24.000 € | kein Hebel |
| Werbebudget gesamt | 96.000 € | 44.465,64 € |
| Umsatz bei ROAS 5 (Annahme) | 480.000 € | 222.328,20 € |
| ROPS (Umsatz ÷ Dienstleisterkosten) | 8,55 | 2,66 |
| Umsatz je eingesetztem Euro | 3,75 € | 1,74 € |
| Was bleibt (Umsatz minus Einsatz, kein Gewinn) | 351.885 € | 94.213,20 € |
Beide Seiten zahlen 128.115 €. Der ROAS ist identisch. Trotzdem stehen bei Plaith 480.000 € Umsatz, klassisch 222.328,20 €. Der Grund liegt nur im Werbebudget: 96.000 € gegen 44.465,64 €. Bei Plaith kommen zum eigenen Budget 24.000 € Booster-Guthaben dazu, und an den Dienstleister gehen 56.115 € statt 83.649,36 €.
Aus jedem eingesetzten Euro werden so bei Plaith 3,75 € Umsatz, klassisch 1,74 €. Was bleibt: 351.885 € gegen 94.213,20 €.
Was der Booster ist
Der Booster ist ein Zusatzmodul. Dein Werbebudget läuft dann über Plaith statt direkt an Meta. Unsere Einkaufskonditionen geben wir dir als Werbebudget-Paket weiter: Für eine Einmalzahlung bekommst du 24 Monate lang jeden Monat ein Zehntel davon als zusätzliches Werbeguthaben, neben deinem eigenen Budget. Aus 10.000 € werden so 1.000 € pro Monat und 24.000 € über die Laufzeit. Das Guthaben gilt nur mit aktivem Plaith-Vertrag, ist nicht übertragbar, wird nicht ausgezahlt und nur als Werbung ausgespielt. Kündigst du, bekommst du die Einmalzahlung abzüglich des schon ausgespielten Guthabens zurück, mindestens 0 €. Ändern sich die Einkaufsbedingungen der Plattform, kann Plaith laufende Pakete mit 30 Tagen Frist beenden; dann gilt dieselbe Erstattungsregel. Die genauen Bedingungen klärst du im Gespräch.
Gegenprobe ohne Booster
Der Abstand hängt nicht am Booster. Damit du das siehst, hier dasselbe Szenario ohne Booster (S4):
| S4 · Growth · 3.000 € eigenes Budget/Monat · Booster 0 € · 24 Monate · ROAS 5 (Annahme) | Plaith | Klassisch (gleicher Gesamteinsatz) |
|---|---|---|
| Gesamteinsatz (alles, was du zahlst) | 116.195 € | 116.195 € |
| davon an den Dienstleister | 44.195 € | 83.649,36 € |
| davon eigenes Werbebudget an die Plattform | 72.000 € | 32.545,64 € |
| Booster-Guthaben im Zeitraum | kein Booster | kein Hebel |
| Werbebudget gesamt | 72.000 € | 32.545,64 € |
| Umsatz bei ROAS 5 (Annahme) | 360.000 € | 162.728,20 € |
| ROPS (Umsatz ÷ Dienstleisterkosten) | 8,15 | 1,95 |
| Umsatz je eingesetztem Euro | 3,10 € | 1,40 € |
| Was bleibt (Umsatz minus Einsatz, kein Gewinn) | 243.805 € | 46.533,20 € |
Auch ohne Booster bleibt ein Abstand von 197.271,80 €. Er entsteht nur daraus, dass bei gleichem Einsatz mehr Geld in Werbung fließt.
Was passiert, wenn der ROAS niedriger ist?
Der ROAS ist die größte Unsicherheit in jeder Werbe-Rechnung. Deshalb zeigen wir dasselbe Szenario mit ROAS 3, 4 und 5:
| ROAS (Annahme) | ROPS Plaith | ROPS klassisch | Umsatz je € Plaith | Umsatz je € klassisch | Was bleibt Plaith | Was bleibt klassisch |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 3 | 5,13 | 1,59 | 2,25 € | 1,04 € | 159.885 € | 5.281,92 € |
| 4 | 6,84 | 2,13 | 3,00 € | 1,39 € | 255.885 € | 49.747,56 € |
| 5 | 8,55 | 2,66 | 3,75 € | 1,74 € | 351.885 € | 94.213,20 € |
Zwei Dinge fallen auf. Erstens schrumpft „Was bleibt“ auf beiden Seiten stark, wenn der ROAS sinkt. Zweitens bleibt der Abstand zwischen beiden Seiten bestehen, weil er aus den Kosten kommt. Bei ROAS 3 bleiben klassisch nur 5.281,92 €, bei Plaith 159.885 €.
Was du aus dem ROAS lernst und was nicht
Der ROAS hilft dir, Kampagnen untereinander zu vergleichen. Steigt er, verkauft deine Werbung besser. Für die Frage „Welcher Dienstleister lohnt sich für mich?“ brauchst du mehr:
- Gesamteinsatz festlegen: Was willst du in einem Zeitraum insgesamt ausgeben?
- Kosten aufschlüsseln: Wie viel davon geht an den Dienstleister, wie viel an die Plattform?
- Gleichen ROAS annehmen: So vergleichst du die Kostenstruktur, nicht Versprechen.
- Was bleibt berechnen: Umsatz minus Gesamteinsatz.
- Marge prüfen: Erst mit deinem Rohertrag wird aus „Was bleibt“ eine Aussage über Gewinn.
Typische Fehler beim ROAS
- Zu kurzer Zeitraum: Ein guter Monat sagt wenig über ein Jahr.
- Doppelt gezählter Umsatz: Wenn mehrere Kanäle denselben Kauf beanspruchen, wirkt der ROAS besser, als er ist.
- Kosten vergessen: Agentur, Videos und Gebühren tauchen im ROAS nicht auf.
- Umsatz mit Gewinn verwechseln: ROAS 3 kann bei niedriger Marge Verlust bedeuten.
Was du davon hast, wenn du über den ROAS hinausrechnest
Dein Dashboard zeigt einen guten ROAS, aber auf dem Konto kommt weniger an, als du erwartest. Du willst wissen, woran das liegt. Buchhalter werden willst du dafür nicht.
Mit einer zweiten Zahl neben dem ROAS siehst du, welcher Teil deines Einsatzes für dich arbeitet.
Das bringt dir die zweite Zahl:
- Klarheit in einer Zahl. Der Umsatz je eingesetztem Euro zeigt den ganzen Apparat. In S3 sind das bei gleichem ROAS 3,75 € bei Plaith und 1,74 € klassisch.
- Den richtigen Hebel. Du erkennst, ob du an der Werbung oder an den Kosten drehen musst. Das sind zwei verschiedene Baustellen.
- Bessere Fragen an Dienstleister. Du fragst nicht mehr nur nach dem ROAS. Du fragst nach dem, was nach allen Kosten bleibt.
Den ROAS setzen wir in jeder Rechnung als Annahme. Über deine Marge sagt er nichts.
Einwände, ehrlich beantwortet
Wer den ROAS anders liest, hat meist einen guten Grund. Drei Einwände, die nahe liegen:
„Mein ROAS ist hoch, also läuft alles.“
Der ROAS misst deine Werbung, nicht den Apparat drumherum. Ein hoher Wert kann von hohen Dienstleisterkosten aufgezehrt werden. Zieh deshalb alle Kosten ab, bevor du ein Urteil fällst.
„Den ROAS auf beiden Seiten gleich anzusetzen ist unfair.“
Wir setzen ihn gleich, damit nur die Kosten den Unterschied machen. Verspricht dir ein Anbieter bessere Werbung, soll er das belegen. Einen höheren ROAS für eine Seite nehmen wir nie an.
„Was bleibt, ist doch mein Gewinn.“
Nein. „Was bleibt“ ist Umsatz minus Werbebudget und Dienstleisterkosten. Wareneinsatz, Personal und Steuern fehlen noch. Erst danach weißt du, was du verdienst. Wie das geht, zeigt der Artikel Werbekosten und Deckungsbeitrag berechnen.
Häufige Fragen
Wie berechne ich den ROAS?
Teile den Umsatz, den du der Werbung zuordnen kannst, durch die Werbeausgaben im selben Zeitraum. 15.000 € Umsatz aus 3.000 € Werbeausgaben ergeben ROAS 5.
Was ist der Unterschied zwischen ROAS und dem, was bleibt?
Der ROAS teilt Umsatz durch Werbeausgaben. „Was bleibt“ zieht vom Umsatz alles ab, was du zahlst, auch Agentur, Videos und Gebühren. Erst so siehst du, wie viel Spielraum übrig ist.
Welcher ROAS ist gut?
Das hängt von deiner Marge ab, nicht von einer allgemeinen Zahl. Mehr dazu findest du im Artikel Ist ROAS 3 gut?. Die Regel: Je niedriger dein Rohertrag, desto höher muss der ROAS sein.
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Diese Artikel vertiefen einzelne Punkte:
- ROPS: Die Kennzahl, die zeigt, was dein Werbedienstleister bringt
- Ist ROAS 3 gut? Warum die Antwort von deiner Marge abhängt
- Werbekosten und Deckungsbeitrag berechnen: So prüfst du, ob Werbung sich trägt
Rechne dein eigenes Szenario
Nimm deinen aktuellen ROAS und prüfe, was nach allen Kosten übrig bleibt. Öffne dafür den **Plaith-Rechner auf plaith.ai**. Gib dein Paket, dein eigenes Werbebudget pro Monat und, falls du willst, einen Booster ein. Wähle dann eine vorsichtige ROAS-Annahme, zum Beispiel 3. Du siehst sofort Werbebudget, Kosten an Plaith und ROPS für deinen Fall. Auch dort gilt: Rechenbeispiel, keine Garantie.
Quellen
- Gutachten zu den Kosten von Meta-Betreuung und Videos mit Menschen, Fassung vom 05.10.2026: Stichprobe belegter Angebote, keine Marktstudie. Vergleichswert = Mittel der vier Meta-Betreuungspakete (1.086,25 €) plus Videos zum Mittelpreis von 224,42 US-Dollar, umgerechnet mit 1,1225 USD je Euro (Abschnitte 4.1 auf S. 4, 5.4 auf S. 11, 6.3 und 6.4 auf S. 14 bis 17).
- Eigene Berechnungen von Plaith (Stand 06.10.2026): Paketpreise, Budgetgebühr, Booster und alle Szenariozahlen dieses Artikels, exakt nachgerechnet.
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