Ist ROAS 3 gut? Warum die Antwort von deiner Marge abhängt
Daniel Huber, MBAGründer von Plaith

„Unser ROAS liegt bei 3“ klingt nach Erfolg. Ob es einer ist, sagt die Zahl allein nicht. Ein Händler mit niedriger Marge kann bei ROAS 3 Geld verlieren, ein Berater mit hoher Marge sehr gut verdienen. Und dann sind da noch die Kosten, die im ROAS gar nicht vorkommen.
Was ROAS 3 bedeutet
ROAS = Umsatz aus Werbung ÷ Werbeausgaben. Bei ROAS 3 erzeugt jeder Euro, der an Meta geht, 3 € Umsatz. Nicht enthalten sind Agentur, Videos, Gebühren und dein Wareneinsatz.
Die einfache Schwelle: nur die Werbung decken
Wenn du nur die Werbeausgaben betrachtest, gilt: Der ROAS muss mindestens 1 geteilt durch deine Rohertragsquote sein. Bei 50 % Rohertrag brauchst du also mindestens ROAS 2, damit die Werbung sich selbst trägt. Bei ROAS 3 bleibt dann etwas übrig.
Die ehrliche Schwelle: auch den Dienstleister decken
Sobald du Agentur, Videos und Gebühren einrechnest, steigt die Schwelle. Deshalb rechnen wir mit der nötigen Rohertragsquote: Gesamteinsatz ÷ Umsatz. Sie sagt dir, wie viel Prozent vom Umsatz nach Wareneinsatz übrig sein müssen, damit Werbung und Dienstleister bezahlt sind.
Drei Rechenbeispiele mit ROAS 3
So rechnen wir den Vergleich
Beide Seiten setzen exakt denselben Gesamteinsatz ein. Auf der Plaith-Seite besteht er aus deinem eigenen Werbebudget, der Einrichtung, dem Paketpreis, der Budgetgebühr und, falls gewählt, dem Booster. Auf der klassischen Seite ziehen wir vom gleichen Betrag die Kosten für Betreuung und Videos ab. Grundlage ist der Vergleichswert aus dem Gutachten (Start 1.885,96 €, Growth 3.485,39 €, Scale 9.083,40 € pro Monat). Der Rest geht in Werbung. Ein Agentur-Setup rechnen wir dort nicht ein. Agenturzuschläge auf das Werbebudget (zum Beispiel 5 % auf alles oder 10 % auf den Teil über 1.000 € im Monat, Gutachten Abschnitt 4.1) sind bewusst nicht eingerechnet; der Vorsprung von Plaith ist daher eher größer.
S1: Start, 1.500 € Budget, 12 Monate
| ROAS (Annahme) | ROPS Plaith | ROPS klassisch | Umsatz je € Plaith | Umsatz je € klassisch | Was bleibt Plaith | Was bleibt klassisch |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 3 | 4,19 | 1,09 | 1,75 € | 0,80 € | 23.113 € | −6.120,56 € |
| 4 | 5,59 | 1,46 | 2,33 € | 1,07 € | 41.113 € | 2.134,92 € |
| 5 | 6,98 | 1,82 | 2,91 € | 1,34 € | 59.113 € | 10.390,40 € |
Bei ROAS 3 ist „Was bleibt“ klassisch negativ. Die nötige Rohertragsquote liegt dort bei 124,7 %, also über 100 %. Selbst ohne jeden Wareneinsatz würde der Umsatz die Kosten nicht decken. Bei Plaith liegt sie bei 57,2 %.
S6: Scale, 10.000 € Budget, 12 Monate
| ROAS (Annahme) | ROPS Plaith | ROPS klassisch | Umsatz je € Plaith | Umsatz je € klassisch | Was bleibt Plaith | Was bleibt klassisch |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 3 | 5,12 | 2,24 | 1,89 € | 1,28 € | 169.633 € | 53.731,60 € |
| 4 | 6,82 | 2,99 | 2,52 € | 1,71 € | 289.633 € | 135.097,80 € |
| 5 | 8,53 | 3,73 | 3,15 € | 2,14 € | 409.633 € | 216.464 € |
Bei ROAS 3 brauchst du mit Plaith 52,9 % Rohertrag, klassisch 78,0 %. Ob deine Marge darüber liegt, weißt nur du. Prüfe deine eigene Zahl.
S8: Growth, 5.000 € Budget, 5.000 € Booster, 24 Monate
| S8 · Growth · 5.000 € eigenes Budget/Monat · Booster 5.000 € · 24 Monate · ROAS 3 (Annahme) | Plaith | Klassisch (gleicher Gesamteinsatz) |
|---|---|---|
| Gesamteinsatz (alles, was du zahlst) | 173.755 € | 173.755 € |
| davon an den Dienstleister | 53.755 € (inkl. Booster 5.000 €) | 83.649,36 € |
| davon eigenes Werbebudget an die Plattform | 120.000 € | 90.105,64 € |
| Booster-Guthaben im Zeitraum | 12.000 € | kein Hebel |
| Werbebudget gesamt | 132.000 € | 90.105,64 € |
| Umsatz bei ROAS 3 (Annahme) | 396.000 € | 270.316,92 € |
| ROPS (Umsatz ÷ Dienstleisterkosten) | 7,37 | 3,23 |
| Umsatz je eingesetztem Euro | 2,28 € | 1,56 € |
| Was bleibt (Umsatz minus Einsatz, kein Gewinn) | 222.245 € | 96.561,92 € |
| ROAS (Annahme) | ROPS Plaith | ROPS klassisch | Umsatz je € Plaith | Umsatz je € klassisch | Was bleibt Plaith | Was bleibt klassisch |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 3 | 7,37 | 3,23 | 2,28 € | 1,56 € | 222.245 € | 96.561,92 € |
| 4 | 9,82 | 4,31 | 3,04 € | 2,07 € | 354.245 € | 186.667,56 € |
| 5 | 12,28 | 5,39 | 3,80 € | 2,59 € | 486.245 € | 276.773,20 € |
Mit ROAS 4 sinkt die nötige Rohertragsquote bei Plaith auf 32,9 %, klassisch auf 48,2 %. Ein Punkt mehr ROAS verändert das Bild deutlich.
Wann ROAS 3 gut ist
- Hohe Marge: Bei Beratung, Software oder Dienstleistungen mit eigener Leistung bleibt viel vom Umsatz übrig. Dann kann ROAS 3 sehr gut sein.
- Wiederkäufe: Kaufen Kunden später erneut, ist der erste Umsatz nur ein Teil des Werts. Der ROAS zeigt das nicht.
- Niedrige Dienstleisterkosten: Je weniger an den Dienstleister geht, desto mehr deines Einsatzes arbeitet als Werbung.
Wann ROAS 3 nicht reicht
- Niedrige Marge: Im Handel mit hohem Wareneinsatz reicht ROAS 3 oft nicht, um alle Kosten zu decken.
- Hohe Fixkosten beim Dienstleister: Bei kleinem Budget fressen sie einen großen Teil des Einsatzes.
- Einmalkäufe ohne Folgegeschäft: Dann muss der erste Kauf alles tragen.
So findest du deinen Ziel-ROAS
- Rohertragsquote bestimmen: Umsatz minus Wareneinsatz, geteilt durch Umsatz.
- Gesamteinsatz planen: Werbebudget plus alle Dienstleisterkosten über den Zeitraum.
- Schwelle berechnen: Gesamteinsatz ÷ (Werbebudget × Rohertragsquote) ergibt den ROAS, ab dem du alles deckst.
- Puffer einplanen: Personal, Steuern und Risiko sind noch nicht drin.
Diese Rechnung gibt dir keinen Gewinn, sondern eine Untergrenze. Alles darüber ist Spielraum.
Warum wir ROAS 3 immer mitrechnen
In unseren Rechenbeispielen nutzen wir ROAS 3 als vorsichtige Annahme. Sie zeigt, wie das Ergebnis aussieht, wenn die Werbung nicht überragend läuft. Wer nur mit ROAS 5 plant, plant mit dem besten Fall. Die Kosten auf beiden Seiten bleiben dabei gleich, nur der Umsatz sinkt.
Was der Booster ist
Der Booster ist ein Zusatzmodul. Dein Werbebudget läuft dann über Plaith statt direkt an Meta. Unsere Einkaufskonditionen geben wir dir als Werbebudget-Paket weiter: Für eine Einmalzahlung bekommst du 24 Monate lang jeden Monat ein Zehntel davon als zusätzliches Werbeguthaben, neben deinem eigenen Budget. Aus 10.000 € werden so 1.000 € pro Monat und 24.000 € über die Laufzeit. Das Guthaben gilt nur mit aktivem Plaith-Vertrag, ist nicht übertragbar, wird nicht ausgezahlt und nur als Werbung ausgespielt. Kündigst du, bekommst du die Einmalzahlung abzüglich des schon ausgespielten Guthabens zurück, mindestens 0 €. Ändern sich die Einkaufsbedingungen der Plattform, kann Plaith laufende Pakete mit 30 Tagen Frist beenden; dann gilt dieselbe Erstattungsregel. Die genauen Bedingungen klärst du im Gespräch.
Was du gewinnst, wenn du deine eigene Schwelle kennst
Du hörst ständig, welcher ROAS gut sein soll, und weißt nicht, ob das für dich gilt. Monatelang Werbung zu bezahlen, die sich nie getragen hat, willst du vermeiden.
Mit deiner eigenen Schwelle weißt du vorab, ob ROAS 3 für dich reicht.
Das bringt dir deine Schwelle:
- Sicherheit vor dem Start. In S8 brauchst du bei ROAS 3 mit Plaith mindestens 43,9 % Rohertrag, klassisch 64,3 %. Liegst du darunter, weißt du es vorher.
- Mehr Spielraum. Niedrigere Dienstleisterkosten senken die Schwelle. So kann sich Werbung auch bei schmalerer Marge tragen.
- Klare Vorgaben. Du sagst deinem Dienstleister, welchen ROAS du brauchst, statt einen fremden Durchschnitt zu übernehmen.
ROAS 3 bleibt eine Annahme, und eine gedeckte Schwelle ist noch kein Gewinn.
Einwände, ehrlich beantwortet
Bei der Frage nach ROAS 3 hören wir drei Einwände. So beantworten wir sie:
„Branchenwerte sagen, ROAS 3 ist gut.“
Wir nennen bewusst keinen Branchenwert. Ob ROAS 3 reicht, entscheidet deine Marge und das, was dein Dienstleister kostet. Ein Durchschnitt aus anderen Firmen hilft dir dabei wenig.
„ROAS 3 ist zu pessimistisch.“
Vielleicht. Wir rechnen ROAS 3 als vorsichtige Annahme, dazu immer 4 und 5. Wer nur den besten Fall plant, erlebt die Überraschung im Konto.
„Ich kenne meine Marge nicht genau.“
Dann schätze vorsichtig. Rohertrag ist Umsatz minus Wareneinsatz. Schon eine grobe Quote zeigt dir, ob ROAS 3 für dich reicht. Den Rechenweg zeigt der Artikel Werbekosten und Deckungsbeitrag berechnen.
Häufige Fragen
Ist ROAS 3 gut?
Das hängt von deiner Rohertragsquote und deinen Dienstleisterkosten ab. Bei hoher Marge und niedrigen Kosten kann ROAS 3 gut sein, bei niedriger Marge reicht er oft nicht.
Welcher ROAS ist rentabel?
Einer, bei dem Rohertrag aus dem Umsatz größer ist als Werbebudget plus Dienstleisterkosten. Rechne mit deiner eigenen Marge.
Warum ist ROAS nicht gleich Gewinn?
Weil der ROAS weder Wareneinsatz noch Dienstleisterkosten, Personal oder Steuern enthält. Er misst nur, wie viel Umsatz die Werbeausgaben bringen.
Wie verbessere ich einen ROAS von 3?
Mit besseren Motiven, einem klareren Angebot, einer schnelleren Zielseite und laufenden Tests. Ob und wie stark der ROAS steigt, lässt sich vorher nicht sagen.
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Diese Artikel vertiefen einzelne Punkte:
- ROAS berechnen: Warum dein ROAS nicht zeigt, was dir bleibt
- Werbekosten und Deckungsbeitrag berechnen: So prüfst du, ob Werbung sich trägt
- ROPS: Die Kennzahl, die zeigt, was dein Werbedienstleister bringt
Rechne dein eigenes Szenario
Setz deine Rohertragsquote neben das Ergebnis bei ROAS 3. Öffne dafür den **Plaith-Rechner auf plaith.ai**. Gib dein Paket, dein eigenes Werbebudget pro Monat und, falls du willst, einen Booster ein. Wähle dann eine vorsichtige ROAS-Annahme, zum Beispiel 3. Du siehst sofort Werbebudget, Kosten an Plaith und ROPS für deinen Fall. Auch dort gilt: Rechenbeispiel, keine Garantie.
Quellen
- Gutachten zu den Kosten von Meta-Betreuung und Videos mit Menschen, Fassung vom 05.10.2026: Stichprobe belegter Angebote, keine Marktstudie. Vergleichswert = Mittel der vier Meta-Betreuungspakete (1.086,25 €) plus Videos zum Mittelpreis von 224,42 US-Dollar, umgerechnet mit 1,1225 USD je Euro (Abschnitte 4.1 auf S. 4, 5.4 auf S. 11, 6.3 und 6.4 auf S. 14 bis 17).
- Eigene Berechnungen von Plaith (Stand 06.10.2026): Paketpreise, Budgetgebühr, Booster und alle Szenariozahlen dieses Artikels, exakt nachgerechnet.
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