Vertriebsmitarbeiter finden: So gewinnst du Remote-Vertriebler und Vertriebspartner, die bleiben

Daniel Huber, MBAGründer von Plaith

Aktualisiert am · 6 Min. Lesezeit

Bild mit KI erstellt

Ich habe mal wieder gelesen, welche Probleme es so gibt. Und eine Frage taucht in Unternehmer-Foren gerade auffällig oft auf: Wie finde ich jemanden, der für mich verkauft?

Wer Vertriebsmitarbeiter finden will, denkt meist zuerst an eine Stellenanzeige. Gutes Gehalt, ordentliche Provision, fertig. Die Fälle, die ich diese Woche gelesen habe, zeigen aber etwas anderes. Das Problem ist selten, dass es keine Vertriebler gibt. Das Problem ist, dass das Angebot an die Vertriebler nicht stimmt. Oder dass sie nach dem ersten Tag nichts haben, womit sie arbeiten können.

Ich habe die drei Fälle von beiden Seiten des Tisches ausgewählt: einmal vom Unternehmer, zweimal von Vertriebsleuten.

Fall 1: „Stelle ich einen Vertriebler ein oder stecke ich das Geld in Werbung?“

Gerade erst fragte jemand mit einer Medienagentur in r/smallbusinessowner genau das (zum Original-Post). Für das nächste Jahr stehen rund 60.000 Dollar bereit. Option A: ein erster Vertriebler mit Fixum plus Provision, jemand, der Kaltakquise macht und Abschlüsse holt. Option B: 5.000 Dollar im Monat in Werbung.

Der entscheidende Satz steht fast nebenbei im Post: Es gibt aktuell weder ein System für eingehende Anfragen noch eines für aktive Ansprache. Fast alle Kunden kamen bisher über LinkedIn, über das eigene Netzwerk.

Ich verstehe das Dilemma sehr gut. Beide Optionen kosten gleich viel, beide fühlen sich wie ein großer Schritt an. Aber schau genau hin: Ein Vertriebler ohne Leads verbringt seine ersten Monate damit, Listen zu bauen und kalt anzurufen. Werbung ohne jemanden, der nachfasst, lässt Anfragen liegen. Die Frage ist also gar nicht „Vertriebler oder Werbung“. Die Frage ist: In welcher Reihenfolge?

Fall 2: „Nur mit wiederkehrender Provision, sonst nicht“

Unter einer Stellenanzeige für Closer in r/highticket_sales, bei der es eine einmalige Provision pro Abschluss gab, kommentierte jemand, der nach eigener Aussage ein sehr erfolgreiches Closer-Team führt, sinngemäß: Mit laufender Provision mache ich es, sonst nicht (zum Original-Post).

Das ist eine kurze Antwort, aber sie erklärt viel. Gute Vertriebler rechnen. Wenn sie einen Kunden gewinnen, der jeden Monat zahlt, und sie selbst nur einmal etwas davon haben, ist das Angebot für sie unattraktiv. Die Erfahrenen sortieren solche Anzeigen sofort aus. Wer Vertriebspartner gewinnen will, die bleiben, muss deshalb ehrlich fragen: Verdient mein Vertriebler mit, solange der Kunde bleibt?

Das heißt nicht, dass jedes Modell wiederkehrende Provision braucht. Aber du solltest wissen, dass genau die Leute, die du am liebsten hättest, danach fragen.

Fall 3: „Keine Erfahrung, aber ich will lernen“

Unter einer Anzeige für Remote-Terminsetter in der B2B-Kaltakquise in r/B2BForHire meldete sich jemand mit Erfahrung als Freelancer und virtuelle Assistenz (zum Original-Post). Ehrlich dazugeschrieben: noch keine Erfahrung in Kaltakquise, Terminierung oder B2B-Vertrieb. Aber lernbereit und flexibel beim Preis.

Solche Bewerbungen bekommst du viele, wenn du remote und auf Provision suchst. Manche davon werden richtig gut, andere hören nach zwei Wochen auf. Der Unterschied liegt selten am Talent. Er liegt daran, ob es ein Produkt gibt, das sich leicht erklären lässt, einen kurzen Gesprächsleitfaden und echtes Feedback auf die ersten Gespräche.

Was die drei Fälle gemeinsam haben

Wenn du die drei Posts nebeneinanderlegst, ergibt sich ein klares Bild:

  • Ohne Leads verhungert jeder Vertriebler. Ob erfahren oder neu, wer keine Gespräche hat, kann nichts abschließen.
  • Gute Vertriebler wählen dich aus, nicht umgekehrt. Sie schauen auf das Provisionsmodell und darauf, ob das Angebot verkäuflich ist.
  • Einsteiger brauchen Struktur. Ein Leitfaden, Unterlagen und Feedback entscheiden, ob aus Lernbereitschaft Abschlüsse werden.

Vertriebsmitarbeiter finden in sechs Schritten

1. Kläre, was du eigentlich brauchst. Brauchst du jemanden, der Kontakte findet, jemanden, der Termine setzt, oder jemanden, der abschließt? Das sind drei verschiedene Rollen. Viele Anzeigen wollen alles in einer Person.

2. Sorge zuerst für Gespräche. Bevor du jemanden einstellst, brauchst du einen steten Strom an Anfragen. Das kann Werbung sein, Inhalte, Partnerschaften oder dein Netzwerk. Ein Vertriebler, der vom ersten Tag an warme Anfragen bekommt, kommt viel schneller in Fahrt als einer, der bei null anfängt.

3. Bau ein Angebot, das Vertriebler wollen. Lege fest: Fixum oder reine Provision? Einmalig oder wiederkehrend? Wann wird ausgezahlt? Je klarer das in der Anzeige steht, desto bessere Bewerbungen bekommst du. Unklare Bedingungen ziehen unklare Leute an.

4. Such remote statt nur in deiner Stadt. Remote-Vertrieb auf Provision erweitert deinen Suchradius enorm. Viele deutschsprachige Menschen leben inzwischen im Ausland, etwa in Spanien, Portugal oder auf Zypern, und suchen ein Einkommen, das nicht an einen Ort gebunden ist. Wenn du nur versuchst, Vertriebsmitarbeiter im Außendienst zu finden, die in deiner Region wohnen, übersiehst du sie.

5. Teste vor dem großen Versprechen. Mach ein Rollenspiel mit deinem echten Angebot. Lass die Person zwei, drei echte Gespräche führen und hör zu. Bei Remote-Vertrieb als Freelancer ist eine Testphase auf beiden Seiten normal.

6. Gib Struktur vom ersten Tag an. Ein kurzer Gesprächsleitfaden, die häufigsten Einwände mit Antworten, Unterlagen zum Teilen und ein fester Termin pro Woche für Feedback. Das kostet dich wenig Zeit und entscheidet, wer bleibt.

Zurück zu Fall 1: Was ich an dieser Stelle tun würde

Ich würde nicht alles auf eine Karte setzen. Erst einen kleineren Teil des Budgets in Werbung, um zu sehen, was ein echtes Beratungsgespräch kostet. Dann einen einfachen Ablauf zum Nachfassen aufsetzen und die ersten Gespräche selbst führen, um zu lernen, welche Einwände kommen. Und erst wenn die Anfragen planbar kommen, jemanden holen, der abschließt. Dieser Mensch startet dann mit warmen Kontakten und deinem Wissen aus den ersten Gesprächen. Das ist die bessere Ausgangslage für beide Seiten.

Was du davon hast

Du hast dein Geschäft bisher selbst getragen, die meisten Kunden kamen über dich und dein Netzwerk. Jetzt willst du wachsen, und du weißt, dass du nicht alle Gespräche allein führen kannst. Aber die Sorge ist da: Was, wenn ich jemanden einstelle und nach drei Monaten nichts passiert ist?

Wenn die Gespräche zuerst da sind, findest du Vertriebler, die bleiben, weil sie vom ersten Tag an verdienen können.

Das gewinnst du:

  • Weniger Risiko bei der Einstellung. Du weißt vorher, wie viele Anfragen du hast und was ein Gespräch kostet. Damit stellst du nicht ins Blaue ein.
  • Bessere Bewerber. Ein klares Provisionsmodell und echte Anfragen ziehen genau die erfahrenen Leute an, die schlechte Angebote sofort aussortieren.
  • Zeit für dein Kerngeschäft. Wenn jemand anderes die Gespräche führt und du nur noch die wichtigsten selbst übernimmst, gewinnst du deine Woche zurück.

Ein Vertriebler ist kein Zauberknopf, und nicht jede Einstellung funktioniert. Aber mit Anfragen, klaren Bedingungen und Struktur hast du die Chancen auf deiner Seite.

Wie das bei Plaith aussieht

Plaith hilft Selbstständigen und kleinen Unternehmen, über Meta Ads planbar Anfragen zu bekommen. Bei uns kümmern sich 6 Spezialisten, Mensch und KI kombiniert, um Videos, Werbebotschaften und Kampagnensteuerung, ab 26 € pro Tag plus einmalige Einrichtung, monatlich kündbar. So hat dein Vertrieb Gespräche, mit denen er arbeiten kann.

Wenn du wissen willst, ob das für dein Unternehmen passt, buch dir ein kurzes Gespräch mit René. Fünfzehn Minuten, kein Verkaufsdruck, und wir sagen dir ehrlich, wenn es nicht passt.

Und falls du auf der anderen Seite stehst: Wir suchen selbst Vertriebspartnerinnen und Vertriebspartner, die remote arbeiten. Hier buchst du direkt ein Partnergespräch.

Häufige Fragen

Wo finde ich gute Vertriebsmitarbeiter?

Nicht nur über Stellenbörsen. Vertriebs-Communities, LinkedIn, Empfehlungen und Gruppen für Remote-Arbeit sind oft ergiebiger. Wer remote sucht, erreicht auch deutschsprachige Vertriebler im Ausland.

Fixum oder reine Provision?

Beides funktioniert, wenn es klar ist. Erfahrene Vertriebler achten besonders darauf, ob sie an wiederkehrenden Umsätzen beteiligt werden.

Soll ich zuerst einen Vertriebler einstellen oder in Werbung investieren?

Meist zuerst für Anfragen sorgen. Ein Vertriebler ohne Leads braucht lange, bis er Abschlüsse bringt.

Kann ein Vertriebler ohne Erfahrung funktionieren?

Ja, wenn das Produkt leicht zu erklären ist und es einen Leitfaden und regelmäßiges Feedback gibt. Plane eine Testphase ein.

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