Google oder Facebook Werbung? Wann Google Ads und wann Meta Ads dir mehr Kunden bringen

Daniel Huber, MBAGründer von Plaith

Aktualisiert am · 8 Min. Lesezeit

Bild mit KI erstellt

Ich habe mal wieder gelesen, welche Probleme es so gibt. Diesmal tauchte innerhalb weniger Tage immer wieder dieselbe Frage auf, nur in anderen Branchen: Google oder Facebook Werbung? Wohin mit dem knappen Budget, wenn man es sich nicht leisten kann, auf das falsche Pferd zu setzen?

Die übliche Antwort im Netz lautet "kommt drauf an". Das stimmt, hilft aber niemandem. Deshalb schaue ich mir drei echte Fälle an und leite daraus ab, worauf es wirklich ankommt. Vorweg, damit du weißt, wo ich stehe: Plaith ist auf Meta Ads spezialisiert, also Facebook und Instagram. Trotzdem wirst du in diesem Artikel Situationen finden, in denen Google die bessere Wahl ist. Das gehört zu einer ehrlichen Antwort dazu.

Fall 1: Der Hautarzt, dessen Kunden ihn nicht finden

In r/smallbusiness beschreibt ein Hautarzt seine kleine Online-Plattform für Beratung und Rezepte bei erblich bedingtem Haarausfall bei Männern (zum Original-Post). Die Behandlung ist in seinem Land verschreibungspflichtig, deshalb braucht es ihn als Arzt.

Seine Patienten kommen bisher vor allem über Instagram. Er schaltet Meta Ads mit Vorher-nachher-Bildern. Sein Problem: Viele, die die Werbung sehen, haben gar keinen Haarausfall. Und viele, die ihn haben, kennen die bewährte Behandlung noch nicht. Sie glauben an Kräutermittel oder halten eine Haartransplantation für den einzigen Weg. Wer dagegen schon weiß, was er braucht, sucht bei Google. Dort steht seine Seite aber erst auf Seite 3 bis 5. Seine Zusammenfassung: ein gutes Angebot, nach dem Menschen suchen, das aber schwer zu finden ist.

Fall 2: Die Handcreme und die Klicks ohne Käufe

In r/Google_Ads schreibt jemand, der die kleine Premium-Handcreme-Marke seines Schwagers betreut (zum Original-Post). Von Januar bis Oktober 2026 flossen rund 11.700 $ in Google Ads, zugeordnet waren rund 4.000 $ Shopify-Verkäufe. Im Vorjahreszeitraum sah es ähnlich aus.

Die Details sind lehrreich. Vor dem Black Friday im Vorjahr hatte jemand "kostenlos" breit und als Phrase passende Keywords eingebaut und war dann verschwunden. Allein das Keyword "dry skin cream" kostete von Juli bis Oktober über 1.100 $, brachte 1.775 Klicks und keinen einzigen erfassten Kauf. Die tatsächlichen Suchbegriffe reichten bis zu Vaseline, Bodylotions und allgemeinen Produkten gegen trockene Haut. Die meisten erkennbaren Käufe kamen über Suchen nach dem Markennamen. Dazu war "In den Warenkorb" als primäre Conversion eingestellt, inzwischen korrigiert, und seit Mai lief die Gebotsstrategie auf maximale Klicks. Jetzt überlegt das Team, das Budget wieder zu erhöhen, will aber kein weiteres Geld verbrennen.

Fall 3: Die Baumpfleger mit den leeren Wochen

Ebenfalls in r/smallbusiness erzählen zwei Brüder von ihrem Baumpflege- und Gartenbaubetrieb in der Nähe von Rugby in England, gegründet im Januar 2026 (zum Original-Post). Sie haben eine Website, ein Google-Unternehmensprofil, Facebook und Instagram. Trotzdem schwankt es stark: In manchen Wochen kommen ein paar Anfragen, in anderen fast keine. Online finden sie widersprüchliche Ratschläge und fragen deshalb nach lokalem SEO, nach dem Google-Profil und danach, ob sich Google Ads mit kleinem Budget lohnen. Abkürzungen suchen sie ausdrücklich nicht.

Google oder Facebook Werbung: Der eigentliche Unterschied

Alle drei Fälle drehen sich um denselben Kern. Google und Meta sind keine austauschbaren Werbeflächen, sie arbeiten mit zwei verschiedenen Arten von Kunden. Mit Google meine ich hier die Suchanzeigen. Google Ads umfasst auch YouTube, Display und andere Formate, die ebenfalls Menschen ohne aktive Suche erreichen.

Google holt Nachfrage ab. Jemand tippt "Baumfällung in meiner Nähe" oder den Namen einer Behandlung. Die Person weiß, was sie will, und sucht einen Anbieter. Wer hier oben steht, bekommt Menschen mit Kaufabsicht. Aber nur so viele, wie tatsächlich suchen.

Meta weckt Nachfrage. Auf Facebook und Instagram sucht niemand nach dir. Du erscheinst zwischen Urlaubsfotos und Videos von Freunden. Dafür erreichst du Menschen, die dein Problem haben, aber noch nicht wissen, dass es eine Lösung gibt, oder die nie danach gesucht hätten. Die Werbung muss deshalb erst erklären, bevor sie verkaufen kann.

Genau das sieht man beim Hautarzt. Seine Meta-Anzeigen treffen Menschen, denen die Lösung noch unbekannt ist. Das ist kein Fehler von Meta, sondern die Aufgabe der Anzeige: Sie muss zuerst die Wissenslücke schließen, zum Beispiel mit einem kurzen Video, das erklärt, warum Kräutermittel bei erblichem Haarausfall selten reichen und welche Alternative es vor der Transplantation gibt. Gleichzeitig hat er recht: Die Menschen, die schon suchen, findet er bei Google. Für ihn ist die Antwort also nicht "entweder oder", sondern eine Frage der Reihenfolge. Wichtig in seinem Fall: Werbung für verschreibungspflichtige Behandlungen ist auf beiden Plattformen und in vielen Ländern stark reguliert. Das muss er vorher prüfen.

Der Handcreme-Fall zeigt, warum "Google bringt Käufer" nur unter Bedingungen stimmt.

  1. Zu breite Keywords. Wer nach "Creme gegen trockene Haut" sucht, will oft das günstigste Produkt im Drogeriemarkt, keine Premium-Marke. Die Klicks sind echt, die Kaufabsicht für genau dein Produkt fehlt.
  2. Das falsche Ziel. Wenn der Warenkorb als primäre Conversion zählt, optimiert der Algorithmus auf Menschen, die gern etwas in den Warenkorb legen. Das Hauptziel sollte der Kauf sein. Und "maximale Klicks" kauft dir genau das: Klicks.
  3. Keine Nachfrage nach dir. Dass die meisten Käufe über den Markennamen kamen, ist ein Hinweis: Google hat vor allem Menschen eingesammelt, die die Marke schon kannten. Neue Nachfrage für eine unbekannte Premium-Creme entsteht dort kaum, weil kaum jemand nach ihr sucht.

Für ein Produkt, das man sehen und erklären muss, ist das ein klassischer Fall für Meta: Ein Video, das zeigt, wie sich die Creme anfühlt und für wen sie gemacht ist, erzeugt die Nachfrage, die Google später als Markensuche abholt.

Meta Ads vs Google Ads für lokale Dienstleister

Bei den Baumpflegern würde ich die Reihenfolge anders setzen. Wer einen Baum fällen lassen muss, sucht aktiv, und zwar lokal. Deshalb zuerst das Kostenlose sauber machen: Google-Unternehmensprofil vollständig, echte Fotos von Aufträgen, regelmäßig um Bewertungen bitten, Leistungen und Orte klar benannt. Danach können kleine, eng auf die Umgebung begrenzte Google-Anzeigen für sehr konkrete Suchen sinnvoll sein.

Meta spielt bei lokalen Handwerkern eine andere Rolle. Kaum jemand denkt im Frühling von sich aus an den Rückschnitt der Hecke. Ein kurzes Vorher-nachher-Video aus der Nachbarschaft erinnert genau die Menschen daran, die es nötig hätten, und füllt damit die leeren Wochen, in denen niemand sucht. Mehr dazu findest du im Artikel Kunden gewinnen im Handwerk.

Die Entscheidung in vier Fragen

Wenn du zwischen Google Ads oder Facebook Ads wählen musst, beantworte diese Fragen:

  1. Suchen Menschen schon aktiv nach deiner Lösung? Wenn ja, lohnt sich ein Blick auf Google. Wenn kaum jemand sucht, wirst du dort nicht genug Kunden finden.
  2. Muss man dein Angebot sehen oder verstehen, um es zu wollen? Dann ist Meta mit Videos meist der stärkere Kanal.
  3. Misst du echte Ergebnisse? Zähl Käufe, Anrufe oder Anfragen, nicht Klicks oder Warenkörbe, und gleiche die Zahlen mit deinen echten Aufträgen ab.
  4. Reicht dein Budget für beide? Mit kleinem Budget starte lieber mit einem Kanal richtig als mit zweien halb. Wie du dein Budget bestimmst, steht im Artikel Werbebudget berechnen.

Was du davon hast

Du sitzt vor deinem Werbekonto, das Budget ist überschaubar, und jeder Euro, der in die falsche Richtung geht, tut weh. Du hörst überall andere Meinungen und fragst dich, ob es an der Plattform liegt oder an dir.

Wenn du weißt, ob deine Kunden suchen oder erst entdecken müssen, gibst du dein Budget dort aus, wo es Kunden bringt.

Das gewinnst du:

  • Weniger verbranntes Geld. Du erkennst Klicks ohne Kaufabsicht früher und stoppst sie, bevor sie sich über Monate summieren.
  • Ein klarer erster Schritt. Statt zwei Kanäle halbherzig zu testen, setzt du einen richtig auf und hast nach ein paar Wochen belastbare Zahlen.
  • Mehr Ruhe bei Entscheidungen. Wenn du misst, was wirklich zählt, musst du dich nicht mehr auf Bauchgefühl oder die Meinung im letzten Forum verlassen.

Welcher Kanal am Ende gewinnt, hängt an deinem Angebot, deinem Markt und deiner Werbung. Das kann dir kein Artikel versprechen, aber du triffst die Entscheidung jetzt mit offenen Augen.

Wie das bei Plaith aussieht

Plaith konzentriert sich auf Meta Ads, also Werbung auf Facebook und Instagram, für Selbstständige und kleine Unternehmen. Bei uns kümmern sich 6 Spezialisten, Mensch und KI kombiniert, um Videos, Werbebotschaften und Kampagnensteuerung, ab 26 € pro Tag plus einmalige Einrichtung. Gerade bei Angeboten, die man sehen und verstehen muss, ist das unser Spielfeld.

Wenn du unsicher bist, ob Meta für dein Angebot der richtige Kanal ist, buch dir ein kurzes Gespräch mit René. Wir schauen gemeinsam drauf und sagen dir ehrlich, wenn bei dir Google oder ein ganz anderer Weg besser passt.

Häufige Fragen

Was ist besser: Google oder Facebook Werbung?

Keines von beiden pauschal. Google ist stark, wenn Menschen aktiv nach deiner Lösung suchen. Facebook und Instagram sind stark, wenn du Nachfrage erst wecken musst und dein Angebot gut in Bildern oder Videos zeigen kannst.

Ist Facebook Werbung günstiger als Google Ads?

Die Klickpreise unterscheiden sich je nach Branche und Zielgruppe stark, und der Klickpreis allein sagt wenig. Entscheidend ist, was dich ein Kunde kostet. Vergleiche deshalb Kosten pro Kauf oder pro Anfrage.

Warum bringen meine Google Ads keine Verkäufe?

Häufige Gründe sind zu breite Keywords, ein falsches Conversion-Ziel wie der Warenkorb statt des Kaufs, eine Gebotsstrategie auf Klicks und zu wenig Suchnachfrage nach deinem konkreten Angebot.

Kann ich Google Ads und Meta Ads kombinieren?

Ja, und für viele Unternehmen ist das langfristig sinnvoll: Meta weckt Interesse, Google fängt die späteren Suchen ab. Mit kleinem Budget fang aber mit einem Kanal an.

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